Sie werden so schnell erwachsen...
Mein Volontariat bei pr+co ist fast vorbei, der richtige Zeitpunkt also für eine kleine Rückschau. Um gleich die Frage zu beantwortet, ob es sich gelohnt hat: Kurz und bündig, ja.
Vor einem Jahr hätte dieser hoffnungsvolle Nachwuchs-Schreiberling vielleicht ich noch etwas anders gedacht: Genauso wie seine Hochschule war ich der Meinung, dass sechs Semester Studium doch genügen müssten, um auf das Berufsleben vorbereitet zu sein. Mit dem PR-Bachelor in der Tasche ging ich also hausieren – und landete ganz schnell auf dem Boden der Tatsachen. Denn um die Tür zum Job aufzustoßen, muss man überhaupt erst den Fuß hineinbekommen. Allein mit dem Bachelor holte ich mir höchstens geprellte Zehen, auch mit mehrjähriger Berufserfahrung. Weiterstudieren kam für mich nicht in Frage, zu sehr juckte es mir in den Finger. Auch mich von einem Praktikum zum nächsten zu hangeln war wenig sexy – zu mager oft nicht nur Gehalt, sondern auch Perspektive. Die logische Konsequenz: Das Volontariat.
Das Motto meines Jahres war eindeutig „learning by doing“. Durchstrukturierte Fortbildungspläne gab es nicht, doch genau so wollte ich es. Von Anfang an wurde ich ohne Leine auf die Projekte losgelassen. Bei pr+co machen wir vor allem Printmedien, also schöne Magazine und sonstige Publikationen - die „simple“ Pressemitteilung musste ich also eher seltener schreiben, genauso wenig wie irgendwelche Pressekonferenzen vorbereiten. An Abwechslung mangelte es trotzdem nicht: Ich arbeitete an Kundenmagazinen, Mitarbeiterzeitschriften und auch mal an einem schönen Büchlein für einen großen deutschen Automobilkonzern. Dabei merkte ich: Kein Medium ist wie das andere und schon gar kein Kunde wie der andere.
Der Grundablauf war trotzdem oft ähnlich: Ich lernte die klassische Redaktionsarbeit kennen, die mit einer Themenkonferenz beginnt und nach einigen Monaten mit dem gedruckten Heft schließt. Dazwischen steht immer die Recherche. In den einfachsten Fällen galt es aus vorgegebenem Input einen sinnvollen Text zusammenzuschrauben, mir persönlich sagten aber eher die komplexeren Themen zu. Dann durfte ich das Aufnahmegerät einpacken und durch die Welt ziehen. Dabei habe ich nur interessante Persönlichkeiten kennengelernt, sondern hatte auch viele Sendung-mit-der-Maus-Momente, wenn ich mal hinter die Kulissen der Industrie blicken durfte. Die Texte flossen dann mal mehr, mal minder flüssig aus der Feder – am Ende stand immer ein Ergebnis, mit dem ich zufrieden war. Mit Glück überstanden die dann auch „unbeschadet“ die Abstimmung mit dem Kunden. Ein manchmal nervenaufreibender Prozess, bei dem ich viel über den Umgang mit Menschen verschiedensten Schlages lernte…
Nach fast einem Jahr Volo bin ich stolz auf meine Arbeit – auch wenn es natürlich ein paar Mal gehakt hat. Aber Fehler passieren und zum Glück waren helfende Kollegen nie weit. Oder wie es der Chef ausdrückt: „Wozu bisch denn sonst Volo?“ Also, danke allen für diese Unterstützung – jetzt geht’s als „großer“ Redakteur weiter.
